Kirchenchor Cäcilia Kisselbach











Die Vereinsgeschichte des
Kisselbacher Kirchenchors „Cäcilia“
Gott hat uns eine Stimme mit vielen Variationsmöglichkeiten geschenkt. Wir können uns über die Sprache einander mitteilen, können sie aber auch über den Klang in weiten Grenzen sauber variieren, wir können also Wort und Ton zum Gesang verbinden. Menschliche Kreativität hat viele Werke geschaffen, die es Einzelstimmen oder Chören ermöglichen, unser Gemüt zu bewegen. Pastor Phillip Hoffmann und sein Organist Josef Westhofen waren vom Gedanken beseelt, zu feierlichen Anlässen die Kirchenmusik von geschulten Stimmen erklingen zu lassen. Im November 1907 regten sie an, einen Kirchenchor zu gründen, was in der Gemeinde auf große Zustimmung stieß.
Im Jahre 1908 am 02. Februar gründeten sie deshalb den „Kirchenchor Cäcilia“. Der neu gegründete Kirchenchor schloss sich dem Cäcilienverein in Trier an und erhielt von dort seine Statuten. Sie wurden am 11. Februar 1908 von der Polizeiverwaltung Simmern genehmigt. Pastor Philipp Hoffmann war erster Präses und Organist Josef Westhofen hatte die gesangliche Leitung als erster Dirigent.
Peter Henrich wurde zum Vorsitzenden gewählt.
Der Chor machte sich zur Aufgabe, kirchliche Hochfeste durch gesangliche Darbietungen zu bereichern, was begeistert aufgenommen wurde. Die stattliche Zahl von 106 Mitgliedern zeigt dies sehr überzeugend.
Es ist nicht genau überliefert, aber wahrscheinlich ging die Chorleitung schon 1909 an Herrn Lehmann (Vorname unbekannt) über, der dieses Amt bis zum ersten Weltkrieg bekleidete.
Der erste Weltkrieg führte zu großen Mitgliederverlusten, was sich zwangsläufig auch auf die gesanglichen Darbietungen auswirken musste. Dennoch gelang es, den Chor über die schweren Jahre zu retten. Während der vier Kriegsjahre gab es auch keinen Dirigenten. Präses war aber weiterhin Pastor Philip Hoffmann. 1920 wurde Pastor Josef Fritsch Präses des Kirchenchores.
Der Vorsitz ging 1922 an Johann Henrich über. Chorleiter wurden 1918 Alfons Lorsbach und 1921 Peter Kessler. Sie öffneten sich auch dem weltlichen Liedgut und dem kulturellen Dorfleben. In den Zwanzigern erlebte der Chor einen neuen Aufschwung mit vielen neuen sangesfreudigen jungen Mitgliedern. Ab 1923 nahm er dann auch an den Dekanats - Cäcilienfesten teil.
Der Kirchenchor wartete in jedem Jahr mit Theaterdarbietungen auf. 1921 war der Erlös für den Kirchenbau bestimmt. Das Schauspiel „Ehre Vater und Mutter“ sorgte für einen bis auf den letzten Platz gefüllten Saal. Im Juli 1926 führten die Damen des Chors das Schauspiel „Cäcilias Treueschwur“ auf. Die Handlung spielt zur Zeit der Christenverfolgungen. Den jungen Damen gelang es ausgezeichnet, sich in die Rollen der Römerinnen zu versetzen, allerdings bereitete die Beschaffung der Kostüme größere Schwierigkeiten.
Der Beschluss, eine Vereinsfahne anzuschaffen, wurde am 5. September 1924 gefasst und bald in die Tat umgesetzt.

Fahnenweihe 1926
1.R..v.l.: Johann Henrich
1. Vors., Emil Frings Chorleiter, Josef Jahn und Peter Müller
Ein besonderer Höhepunkt war das Fest der Fahnenweihe am Sonntag, dem 18. Juli 1926 Verschiedene Gastvereine reisten an und gestalteten das Programm mit. Angeführt von Ehrenjungfrauen wurde ein stattlicher Festzug durch unseren Ort veranstaltet. Nach vollzogener Übergabe der Fahne sang der Kirchenchor als Festlied Beethovens „Die Himmel rühmen“. Vom Erlös des Fests schaffte der Vereinsvorstand ein Harmonium an.
1925 übernahm Emil Frings die gesangliche Leitung des Chors und gab sie 1932 an Franz Wolf weiter.
Anlässlich des 25-jährigen Stiftungsfests am 19. November 1933 wurden im Laufe des Tages zwei Hl. Messen gelesen. Abends führte der Chor im Saal des Gasthauses Wald einige lehrreiche Theaterstückchen auf.
Präses ab 1934 wurde Pastor Johann Gergen und führte das Amt bis 1950.
Der zweite Weltkrieg raubte dem Chor wiederum die Sänger. Viele wurden an die Front geschickt und kamen nicht wieder zurück. Gar mancher wurde auch Opfer des Bombenterrors. Auch die Frauen waren in diesen Jahren hart gefordert Sie wurden an vielen Plätzen eingesetzt, wo die Männer fehlten und mussten sich außerdem um die Familien kümmern.
Peter Schorn hatte 1934 die Chorleitung übernommen und erst 1977 abgegeben. Über die gesamte Kriegszeit von 1939 bis 1945 gab es zwar einen Dirigenten und einen Präses, jedoch nur wenige gesanglichen Aktivitäten.
Nachdem der Bombenhagel endlich aufhörte und sich ganz langsam in unserm Land wieder Ruhe einstellte, bauten Pastor Johann Gergen und Peter Schorn den Chor mit großem Eifer wieder auf. Mitglieder, die den schlimmen Krieg überlebt hatten, fanden sich wieder ein, neue wurden angeworben, und es gelang dem Motivationstalent Peter Schorn den Kisselbacher Kirchenchor zu einem guten Namen im Hunsrück zu verhelfen. Die fünfziger und sechziger Jahre wurden zur Glanzzeit unseres Chors. Peter Schorn bekleidete dieses Amt bis 1977 und legte es dann schweren Herzens nieder, weil seine Gesundheit ihm keine andere Wahl ließ. Sein Amt als Organist konnte er noch ein Jahr ausüben, bis er am 17. Dezember, nachdem er die Hl. Messe an der Orgel begleitet hatte, verstarb.
Seit 1946 gab
es auch wieder einen ersten Vorsitzenden. Peter
Keßler übte dieses Amt sechs Jahre lang aus und übergab es 1952 an Johann Weihrauch.

1952 Feierliches Abholen
der Kommunionkinder von der Schule.
Musikkapelle Kisselbach und Kirchenchor „Cäcilia“

1953 Einweihung des Gemeindehauses